Posts by Theodor Alexander Epp

    Auf dem Markte zu Wasserthal beaufsichtigt der Kaufmann Leberecht Gottesknecht, seines Zeichen Bürgermeister des Ortes die Aufstellung des Weihnachtsbaumes.

    Ein Missgeschick ,wie weiland zu Berlin, wo aus dem Weihnachtsbaum ,ein Bäumchen wurde, darf und soll hier nicht geschehen.

    Bürgermeister Gottesknecht atmet erleichtert auf als der Baum stand und auch das Anlegen der Beleuchtung ohne größere Schäden vor sich ging.

    Leutselig spendiert er den Traporteuren, dem Kranfahren und den Installateuren ein Mittagessen auf seine Kosten.

    Monsignore Florenzius Gottesknecht betrachte wohlgefällig den Weihnachtsbaum, den der Küster in der Kirche aufstellt. Am ersten Advent wird er erstmals in voller Pracht erleuchten. Gottesknecht freut sich jetzt bereits und ist gespannt, wir das Küsterehepaar den Baum dieses Jahr schmücken wird.

    Pünktlich 9.00 beginnt die in Rundfunk und Fernsehen übertragen und in der Presse abgedruckte Rede Seiner Exzellenz.


    Guten Morgen Deutschland,

    heute am Volkstrauertrag gedenken wir der zivilen wie militärischen Opfer des Deutschen Einigungskriege im 19.Jh. , des Ersten und Zweiten Weltkrieges im 20. Jh. aber auch jener militärischen Opfer des 21 Jh. infolge Hilfsaktionen! Wir stehen hier an einem Tag der Stille, des Innehaltens und der tiefen Erinnerung. Der Volkstrauertag ist mehr als ein Datum im Kalender – er ist ein Mahnmal in unseren Herzen. Lassen Sie uns heute gemeinsam innehalten – in Trauer, in Dankbarkeit und in der festen Entschlossenheit, dass das Leid der Vergangenheit uns mahnt, die Zukunft friedvoll zu gestalten. „Der Volkstrauertag wurde ursprünglich 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs vorgeschlagen, später ausgeweitet.

    Sehen Sie mir es nach , meine Damen und Herren fas ich nicht zu einer Großveranstaltung in Berlin oder einer andren deutschen Großstadt erscheinen ,statt dessen mur Kränze schicke. ich selbst werde in Mühlhof an an einer Veranstaltung teil nehmen und am dortigen Kriegerdenkmal der Opfer gedenken.

    Begehen Sie den Tag in Ruhe und Würde.

    Gott segne Sie.

    Es erfolgt eine Ansprache Seiner Exzellenz via Rundfunk und Fernseher an das Volk aus Anlass des 09.Novembers.

    Wohlgelaut erscheint der Präsident und warte bis das Zeichen zum beginnen vom Aufnahmeleiter kommt, dann legt er los.


    "Guten Morgen Deutschland,

    ihr Bürgen in allen deutschen Gauen von der Nord und Ostsee, an der Saar und der Oder, bis in den bayrischen Wald.

    Ich wende mich an diesen Sonntag, einen neunten November an Sie das es ein geschichtsträchtiger Tag ist im positiven wie im negativen.

    Es gibt an die dem Tag Dinge an die man sich gern erinnert und und an die man sich weniger gern erinnert.

    Üblicherweise fängt man mit den positiven an, ich aber erlaube mir die Reihenfolge umzukehren.

    Heute ,Anno 1848 wurde der abgeordnete der "Frankfurter Nationalversammlung Robert Blum zu Wien füssilisiert.

    Anno 1918 meuterten Matrosen der Hochseeflotte.

    Anno 1923 versuchte der bayr. Gefreite Hitler. zusammen mit den preußischen General der Infanterie von Ludendorff die bayr. Staatsregierung zu stürzen (Bürgerbräurevolte)

    Anno 1938 Höhepunkt des Pogroms vom 07. bis 13. November gegen deutsche Bürger jüdischen Glaubens(Reichskristallnacht)

    Anna 1967 beginn der Studentenrevolte in Hamburg

    Anno 1969 eine linksextreme Gruppe platziert eine Bombe im jüdischen Gemeindehaus zu Berlin

    Kommen wir nun zu den erfreulichen Dingen:

    Anno 1989 fiel nach friedlichem Protest und 28-jähriger Wartezeit die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze.

    Sie wissen nun weshalb ich mit den negativen Dingen begann, jedoch meine lieben deutschen Bürger, Erinnerung ist wichtig, im negativen ,wie im positiven.

    Ich wünschen Ihnen einen geruhsamem Sonntag, möge der Herr Sie segnen."


    Damit endet die Ansprache Seiner Exzellenz, der Aufnahmeleiter gibt das Zeichen und der Präsident erhebt sich und verabschiedet sich.

    Eggenbruch ist kleines Dörfchen, welchen nicht allzu viel zu bieten, sowohl an Anwohnern , wie an Gebäuden, außer den Rieselfeldern. Nun beschloss der Dorfschulze Hermann Pflugmacher, welcher auch der größte Bauer im Ort und Besitzer besagter Rieselfelder, einen teil davon on ein Kläranstalt zu verwandeln. Einige der Flächen bleiben bestehen andre werden zur "Pflanzkläranlage" um-und ausgebaut.

    Auf einer Versammlung im "Herzog von Bayern, der hiesigen Schenke, erklärte Pflugmacher den verdutzten Bauern, "Pecunia non olet-Geld stinkt nicht“.


    Rieselfelf (alt)

    Pflanzkläranlage (Neu)

    Dem heutigen Sonntagsgottesdienst widmet Monsignore Gottesknecht dem einstigen Feiertag "Allerseelen".

    Nachdem Gottesdienst begab sich einen Prozessionszug zum örtlichen Friedhof, wo Gottesknecht mit Hilfe von Oberministrant Franz Schneehofer die Grabstätten mit Weihwasser besprenge.

    Am Morgen fand ein Gottesdienst aus Anlass von "Allerheiligen" unter der Leitung von Monsignore Gottesknecht statt. Gast war auch Pastor Muenzer, welcher am Vorabend die Predig Erlaubnis aus Anlass des "Reformationstages" predigte.

    Monsignore Gottesknecht hatte ihn eingeladen, weil er aus Sicht der Römisch-katholischen Kirche gleich zwei Aufrührer im Namen hatte" Martin Luther und Thomas Müntzer". Es war zwar eher der Bischof , als der Monsignore, welche befürchte der Nürnberger Pastor könnte nochmal 95 Thesen ans Kirchentor schlagen oder einen Bauernaufstand anzetteln. Das dem Pastor beides fernlag wusste der gute Gottesknecht.

    Pünktlich 9.00 beginnt die in Rundfunk und Fernsehen übertragen und in der Presse abgedruckte Rede Seiner Exzellenz.

    Mein geliebtes deutsches Volk,

    vor nunmehr 35 Jahren, hatte unsere deutsche Heimat, das große Glück, die widerrechtliche Trennung zu überwinden und wiedervereinigt zu werden.

    Möglich machte dieses der Sturz des Regimes in Ost-Berlin, durch die Bürger der "DDR". Im "Zwei-plus-Vier-Vertrag" gaben die einstigen Besatzungsmächte ihr Einverständnis! Am heutigen dritten Oktober 1990 trat die "DDR" der Bundesrepublik bei , so wurde dieser Tag Nationalfeiertag.

    Sicher, meine Damen und Herren ist auch 35 Jahre später noch immer nicht alles Gold was glänz in Ost und West, jedoch arbeiten wir alle täglich daran das es besser werde.

    Allerdings muss auch an einem solchen Tag eine kleine Kritik erlaub sein, wir haben uns zu lange auf unsren Lorbeeren ausgeruht, das rächt sich nun! Wir müssen wieder das Land der Innovationen, der Wissenschaft und Kultur werden! Es muss wie es bereits einer meiner Vorgänger sagte, wieder ein Ruck durch Deutschland gehen.

    An unsre Politiker, hören Sie auf zu schwafeln und Phrasen zu dreschen, handeln Sie. An unsre Industriekapitäne, schaffen Sie Ausbildungs-und damit Arbeitsplätze. An das fesamte Volk sorgen Sie dafür das dieses unser Land wieder groß wird , Führend in Europa und der Welt.

    Ich wünschen ihnen allen einen schönen Feiertag,

    Gott segne Sie.

    Weit kömmt der Herr Obermeister nicht, kurz vor der Einfahrt nach Wasserthal sieht er etwas im Graben liegen. Er hält an und begutachte das Objekt, ein Mensch. Gams zieht den Mann aus dem Graben und beginnt mit der Wiederbelegung. Der Mann hatte großen Glück das der Straßengraben trocken sonst wäre er jämmerlich ersoffen oder im Morast erstickt. Nun erkennt ihn Gams, es ist ein nicht gänzlich unbekannter Herr aus der Politik, welcher da sturzhagelvoll im Straßengraben lag. Gams hat Glück zwei Bauerburschen auf Fahrräder nährten sich von Wasserthal her. Gams hält beide an und befiehlt ihnen den Volltrunkenen ins Dorf zu schleppen. Die Burschen gehorchen augenblicklich, den auf dem Land hat man noch Respekt vor Amtspersonen . So schleppen sie sie den Mann ins Dorf. Gams wieder auf seinem Motorrad hocken beaufsichtig derweil die zurückgeblieben Räder und graust sich jetzt schon vor dem Bericht, welchen er verfassen muss. Er murmelt vor sich. hin.

    "Mei ,S a Graus , mit de n Politikern nit mal ausständig saufen könn S. Himmelgergottsakrrament."

    Auf dem Rückweg vom monatlichen Schießens auf dem Kreisschiessplatz, kurz hinter Mühlenhof , fährt Wachtmeister Ludwig Gams mit seinen Motorrad samt Beiwagen. Es ist schönes Wetter der Wasserthaler Ordnungshüter hat auch nichts mehr vor, so fährt er recht gemäßigt. Als er einen Wohnwagen, wie er in Zirkussen üblich, gezogen von drei Rössern vor sich auftauchen sah. Alles eigentlich kein Problem, er überholte das Gefährt, was aber vernahm er während des Vorbeifahrens, der Kerl auf dem Bock sang. Gams stoppt auf ,stellt seine Maschine quer zur Fahrbahn, nimmt die Kelle aus der Satteltasche und heb jene.. Da kömmt auch schon das Gefährt und was Gams vernimmt ,lässt ihn arges ahnen.

    "Ich bin der Doktor Eisenbart,
    widewidewitt, bum, bum,
    heil die Leut’ nach meiner Art,
    widewidewitt, bum, bum.
    Kann machen, dass die Blinden geh’n,
    widewidewitt, juchheirassa,
    und dass die Lahmen wieder seh’n,
    widewidewitt, bum, bum.

    In Potsdam trepanierte ich
    den Koch des großen Friederich:
    Ich schlug ihn mit dem Beil vor'n Kopf,
    gestorben ist der arme Tropf.

    Zu Ulm kuriert' ich einen Mann,
    dass ihm das Blut vom Beine rann:
    Er wollte gern gekuhpockt sein,
    ich impft' ihn mit dem Bratspieß ein.

    Des Küsters Sohn in Dideldum,
    dem gab ich zehn Pfund Opium;
    drauf schlief er Jahre, Tag und Nacht,
    und ist bis jetzt noch nicht erwacht.

    Das ist die Art, wie ich kurier,
    sie ist probat, ich bürg dafür;
    dass jedes Mittel Wirkung tut,
    schwör ich bei meinem Doktorhut."

    Gams die eine Hand auf dem Waffenhalfter die andere hocherhoben mit der Kelle, stellt sich dem Gefährt in den Weg. Die Rösser kommen kurz vor dem Wachmeister zum stehen, dieser verzieht keine Miene.

    "Aufstoppen, Polizeikontrolle.

    Obermeister Ludwig Gams, Dienstelle Wasserthal,. Die Papiere bitte schön. Wo kommen S her, wo willen S hin. Haben S Alkohol getrunken?"

    Er packt die Kelle zurück in den Beiwagen während der Mann und Bock klettert, die Pferde sichert und Gams dann die Papiere reicht. Was er dort ließt, lässt ihn fast zum "ungläubigen Thomas" werden.

    Denn der vor ihm steht, ist mitnichten ein Vagabund, nein vielmehr ein ehrbarer Medici. Was aber Gams misstrauisch macht , ist er Name des Mannes, Johann Andreas Eisenbarth, so wie der Besungene! Nur, das weis sogar Gams, ist jener über 300 Jahre tot. Misstrauisch beäugt er die Papiere. J.A.Eisenbarth gebürtig zu Mossbach in der Oberpfalz. Nach eindringlicher Prüfung scheinen jedoch die Papiere echt zu sein. Er räuspert sich.

    "So, so, aus der Oberpfalz und heißen Eisenbarth,? Ist Er , ähm, meine sind Sie mit dem nämlichen verwand?"

    Der Man welcher die Papiere gereicht hatte zog nun seinen Hut und verbeugte sich theatralisch vor dem Beamten.

    "Ey gewiss, Herr Obermeister, aber um sieben Ecken, wir sind die Mossbacher Linie , er gehörte zur Oberviechtacher Linie. Wie er bin ich Arzt und wie er reise ich umher. Kommen tue ich ich aus Buttstädt im thüringischen und will zurück nach Moosbach. Ob ich Alcoholica , sicher wegen meines Liedchens? Mitnichten Herr Obermeister."

    Gams immer noch misstrauisch, gab die Papiere zurück , ließ den Mann aber vorsichtshalber "pusten", Endergebnis kein Alkohol so also räumte Gams sein Motorrad beiseite und das Gefährt setzte sich wieder in Bewegung. Gams selbst schaute dem Gefährt nachdenlich nach , bevor er seinem Maschine anwarf und heim knatterte. Er hatte viel zu erzählen ,daheim und am Stammtisch.

    Zusammen mit seinen Mühlenhofer Amtskollegen Bärenfänger sorgt Wachtmeister Gams für Zucht und Ordnung. So stellten beide einen Wildpinkler, kurios der Mann war ein Kollege aus der Hauptstadt, welcher Verwandte besuchte. Ihm wurde ordentlich der Kopf gewaschen.

    Anschließen kontrollierten bei die extra aufgestellten Klosetts, den möglicherweise kam ja der als "Klosetter" fungiere Gemeindediener Rupprecht Schuhbeck seiner Arbeit nicht nach, so das man zum "Wildpinkeln" gezwungen war. Jedoch konnte beide Beamten keinen Verstoß feststellen und gingen vondannen.

    Wie es sich für ein anständiges Oktoberfest geziemt, schlagen auch hier einige über die Strenge. So tanzen die Frau Bürgermeister und die Pfarrköchin, bei de natürlich zünftig im Dirndl barfuss aus dem Tische. Angesichts dessen ergeben sich der Herr Bürgermeister und der Herr Pfarrer dem Biere. Schwerer noch muss des den Wasserthaler Ordnungshüter Ludwig Gams getroffen haben als sein angetrautes Eheweib auch den tisch erklomm. Es hat aber auch etwas Gutes, aus purem Frust, wird Gams zum Schützenherrn, da er den "Vogel", mit einem Schuss abschoss.

    Dereinst von seinem Großvater eingeführt , eröffnet Bürgermeister Gottesknecht das "Wasserthaler Oktoberfest. natürlich ist alles kleiner als im Original. Aber es gibt ein Bierzelt, Wurf-Los -ind Schiessbuden. Es gibt einen "Haut den Lukas", Karussells und einen Autoscooter.

    Schlag 10.00 Uhr stach der Bürgermeister mit zwei Schlägen das Bierfass an und eröffnet den Festanger. Selbstredet war sein Vetter der Monsignore Florentius und auch die Gebrüder Epp zugegen.