Pressemitteilung: G7-Außenministertreffen in Kanada – Deutschland betont europäische Rolle in Friedensverhandlungen
La Malbaie, Kanada, 14. März 2025 – Beim G7-Außenministertreffen in La Malbaie, Québec, traf Außenminister Lando Miller seine Amtskollegen, um über zentrale globale Herausforderungen zu beraten. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Ukraine-Konflikt, die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten sowie die aktuellen Handelsbeziehungen zwischen den G7-Staaten.
Außenminister Miller betonte die Notwendigkeit einer aktiven europäischen Beteiligung an den Friedensverhandlungen im Ukraine-Konflikt. Er unterstrich, dass der Konflikt auf europäischem Boden stattfindet und daher die europäischen Länder gemeinsam mit den USA und Russland an den Verhandlungstisch gehören. Miller erklärte vor der Presse: "Der Konflikt ist in Europa, und wir als Länder auf dem Kontinent müssen gemeinsam mit den USA und Russland über den Frieden in Europa sprechen." Diese Position fand breite Unterstützung unter den G7-Partnern.
Trotz der veränderten Haltung der US-Regierung unter Präsident Trump konnten die europäischen Staaten ihre Kernanliegen durchsetzen. Die G7 forderten Russland auf, einer Waffenruhe zuzustimmen, wie sie von der Ukraine bereits akzeptiert wurde. Andernfalls drohen weitere Sanktionen. Die G7-Außenminister erklärten: "Wir stehen als G7 felsenfest hinter der Ukraine und ihrer territorialen Integrität und Freiheit, die sie jeden Tag mutig verteidigen und damit auch die Freiheit und den Frieden Europas." Ein weiteres zentrales Thema war die Lage im Nahen Osten, insbesondere die Spannungen zwischen Israel und der Hamas. Die G7-Außenminister verurteilten die Angriffe auf Israel und betonten ihr uneingeschränktes Recht auf Selbstverteidigung. Sie forderten alle Parteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und Zivilisten zu schützen. In ihrer gemeinsamen Erklärung hieß es: "Wir trauern um die Zehntausenden von Menschen, die bei diesem brutalen Angriff und seither ihr Leben verloren haben, und um das große Leid von Palästinensern und Israelis."
G72.jpgGruppenfoto des G7-Treffen in Kanada
Obwohl nicht offiziell auf der Tagesordnung, waren die von den USA verhängten Strafzölle und die Gefahr eines Handelskriegs allgegenwärtig. In einem Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio betonte Außenminister Miller, dass bei Strafzöllen beide Seiten verlieren und solche Maßnahmen nur gegenseitigen Schaden verursachen. Miller sagte: "Mit Strafzöllen gewinnt keine Seite; das Ergebnis sind nur zerstörte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und Amerika, und daran haben nur China und Russland Freude." Rubio vertrat hingegen die Ansicht, dass die Zölle darauf abzielen, den Handel fairer zu gestalten.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten die jüngsten Äußerungen von Präsident Trump über eine mögliche Annexion Kanadas. Außenminister Miller fand hierzu klare Worte: "Grenzen kann man im 21. Jahrhundert nicht mehr verschieben, egal wo in der Welt. Das sehen wir in der Ukraine, in Grönland, in Panama, in Kanada. Die Grenzen sind klar festgelegt, und man kann kein Land oder Gebiet für sich plötzlich einnehmen, das sind Hirngespinste." Trotz der bestehenden Spannungen konnte beim Treffen in La Malbaie ein offener Streit vermieden werden, was auch der moderateren Haltung von US-Außenminister Rubio zugeschrieben wird. Ob die erzielten Beschlüsse Bestand haben, wird sich beim G7-Gipfel der Regierungschefs im Juni zeigen, an dem Präsident Trump erstmals teilnehmen wird.